Wie ist das mit dem Datenschutz?

Dass ich mir mit meiner Reviewerliste nicht nur Freunde gemacht habe, war mir klar. Größtenteils bekam ich aber positiven Zuspruch und von vielen Seiten kamen Hinweise aller Art. Mit GCLeaks hatte ich in dem Zusammenhang auch mehrmals Mailkontakt, da ich aber zu dem Zeitpunkt nicht beurteilen konnte, ob die Hinweise stimmen würden, nur Hirngespinnste oder gar gezielte Fehlinformationen sind, habe ich sie in die Liste nicht einfließen lassen. Generell bin ich der Meinung, dass man Sockenpuppen nicht recht glaubwürdig aufdecken kann, wenn man selbst als solche auftritt. Aber jeder, wie er mag.

Wenn GCLeaks also Reviewer beim Namen nennt, spricht nichts dagegen. Unter einem anderen Account soll die gleiche Person Mysterykoords gespoilert haben. Ich habe die zweite Sache nicht verfolgt, eigentlich gar nicht mitbekommen. Wenn da die Dosensucher aber aktiv werden, ist es für mich nachvollziehbar. Den Beitrag habe ich gestern gelesen und konnte mich nicht weiter aufregen, bis ich den nachgeschobenen Absatz gelesen hatte:

Dem Account GCLeaks wurde eine DM mit einem Kurzlink geschickt, hinter dem sich für ihn interessante Infos verbergen sollten. Der Link verwies auf eine eigens angelegte Seite, die die IP speicherte. Kurz vorher hat DarkBirdi unter dieser IP einen Beitrag in einem bekannten Geocachingforum geschrieben.

Dazu muss ich folgendes bemerken: Was GCLeaks getan hat werden viele nicht gemocht haben, speziell die Sache mit der Spoilerei hätte mich als Owner auch genervt. Allerdings hat er dabei wohl gegen kein geltendes deutsches Recht verstoßen. Meines Wissens ist die Geheimhaltung von Mysterykoords und Sockenpuppennamen von Reviewern im BGB nicht geregelt. Was aber schon gesetzlich geregelt ist, ist die Speicherung und Weitergabe von personenbezogenen Daten. Den Dosensuchern mit ihrer Fallenstellerei mache ich dabei noch nicht einmal den großen Vorwurf. Zwar fehlt auf dieser halbkommerziellen (Trigami) Webseite komplett die vorgeschriebene Datenschutzerklärung, doch geht es mir am Allerwertesten vorbei, wenn es der Betreiber auf eine Abmahnung anlegt.

Was ich aber richtig schlimm finde, und da bin ich mir fast sicher, dass gegen das Bundesdatenschutz verstoßen wurde, ist die Tatsache, dass der Betreiber des angesprochenen Forums Verbindungsdaten der Webseite an Hinz und Kunz weitergibt. Sowas geht gar nicht und entzieht einem Forenbetreiber jedes entgegengebrachte Vertrauen.

8 comments to Wie ist das mit dem Datenschutz?

  • Carsten

    Ich stimme dir da voll zu. Spoilerei ist Mist, aber wer keine (inoffiziellen) Spoiler will, soll sie halt nicht nutzen. Alle anderen werden sich schon noch dafür schämen. Ich gehe aber davon aus, dass die meisten sowieso die faire Variante bevorzugen. Klar ist es ärgerlich, wenn Hinz und Kunz die schweren Mysteries so finden können, aber was soll’s. Es ist nur ein Spiel.
    Das rechtfertigt in meinen Augen auch kein bisschen diese Art der „privaten Ermittlung“. Ich hoffe, dass sich die betroffenen Owner und Betreiber aber außergerichtlich einigen können und so etwas nicht wieder vorkommt.

  • Um welches Forum gehts überhaupt?

  • Carsten

    Müsste da trotzdem erst jemand Anzeige erstatten? Wenn ja, nur der, dessen Daten herausgegeben wurden oder egal wer? Fände es schon OK, wenn der Herausgeber der IP eine kleine Verwarnung so bis 500 bekäme, so dass es weg tut, aber nicht existenzbedrohend ist. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt 😉

  • Claudia

    Nach meinen (unbestätigten) Infos geht es hier wohl um cacheforum.de wo zufällig Marcel123 (schon länger offensichtlicher Erfeind von darkbirdi) Supermoderator ist.
    Darkbirdi schreibt nämlich nur in geoclub und cachefoum unter diesem Pseudonym ( Quelle: google :-/ jaja) – alles andere wäre zu alt um irgendwelche ips zu verfolgen.
    Oder haben Moderatoren im geoclub auch Zugriff auf die ips?

    Wenn ja wird wohl nur die Staatsanwaltschaft,sofern eingeschaltet,die Sachlage aufklären können und ein neuer D5er ist entstanden.

  • Entschuldigung … wo habe ich geschrieben, dass ich diese Falle gestellt habe? Nur mal so am Rande… nicht das es hier noch um Verleumdung geht… 😉

  • Clownfisch

    Hier würde es nicht darum gehen, ob sich jemand aussergerichtlich einigt. Bei Verstößen gegen das Bundesdatenschutzgesetz würde die Staatsanwaltsschaft hoheitlich tätig werden. Wäre dann nämlich eine Straftat. Vielleicht kann „Bursche“ da ein wenig Auskunft geben?

  • radioscout

    Viele Provider geben jedem Kunden (in einer Region, z.B. an einem DSLAM) bei jedem Login eine IP-Adresse aus einem recht kleinen Bereich. Oft sind es 65536 oder nur 256 mögliche IP-Adressen (A.B.x.y oder A.B.C.x, nur x und y sind variabel).
    Es gibt/gab Provider, die die IP-Adresse bei bestehender Verbindung in kurzer Zeit mehrfach gewechselt haben und sogar mehreren Kunden zur selben Zeit die selbe IP-Adresse zuweisen. AFAIK erhalten bei GPRS-Verbindungen alle User (in einer Funkzelle?) „nach außen“ die selbe IP-Adresse.

    Wenn sich mehrere User einen Internetzugang teilen oder ein öffentliches WLAN, egal ob kommerziell oder privat organisiert nutzen, sind sie i.A. auch mit der selben IP-Adresse online. Das selbe gilt für Mitarbeiter eines Unternehmens mit einer Internet-Leitung.

    Ich halte die einmalige Feststellung der Nutzung der selben IP-Adresse an zwei aufeinander folgenden Zeitpunkten für keinen Beweis.

  • @radioscout: es geht ja auch nicht um die Beweiskraft der IP. es geht darum, das bei dieser Geschichte ganz deutliche Grenzen überschritten wurden, und das brechen von bestehenden Gesetzen ist nunmal eine Grenze, die zu überschreiten auch nicht mit dem Ärger um die zwei Twitteraccounts zu rechtfertigen ist.

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