Was sind Links wert?

Scheinbar bin ich nicht der Einzige, bei dem die letzten Tage folgende Spammail aufgeprallt ist:

Lieber Herr ,

ich habe für alle GeocacherInnen und Abenteurjunkies Infoseiten (inkl.
Tipps und Lexikon) über das Geocachen an der Nord- und Ostsee erstellt.
Welches sind die beliebtesten Caches? Wo befinden sich die aufregendsten
Verstecke?

Geocachen an der Ostsee
[Link entfernt]

Geocachen an der Nordsee
[Link entfernt]

Waren Sie schon einmal auf Cachingtour an der Nord- oder Ostsee? Wo würden
Sie gerne mal einen Cache an den Küsten verstecken?

Wenn Sie darüber auf Ihrem Blog http://www.abzumcachen.de/ einen kurzen
Artikel schreiben und einen Verweis zu unserer Seite einfügen, erhalten Sie
von mir als Dankeschön ein Caching Set (Behälter 470 ml, Logbuch,
Aufkleber, Bleistift, 10 Coins).

Ich freue mich auf Ihre Antwort und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Liebe Grüße,

Mal abgesehen, dass sich hinter den Links nur Informationen finden, die Geocacher eigentlich nichts bringen, ist der Sinn der Mail natürlich nur, kostengünstig an externe Links zu kommen. Diese sollen dann die beiden Seiten bei Google nach vorne bringen, damit dann mehr Hotelzimmer verkauft werden. Solche Links kosten normalerweise ordentlich Geld und man hofft, diese auf diesen Weg für quasi lau zu bekommen. Wenn ich mir die News von heute so ansehe, sind wohl leider ein paar darauf reingefallen.

16 comments to Was sind Links wert?

  • Links werden verkauft und sogar monatlich vermietet, ein guter Link bringt bei Linklifter schon mal 8 bis 50 Euro im Monat.

  • Ich hab das auch bekommen und direkt als Lernmaterial für Bogofilter verwendet. 🙂

  • Nachdem du mich bzw. meine Seite damit ansprichst: Ich hab ne Weile überlegt, weil ich sowas eigentlich ungern mache.

    Im Endeffekt haben aber mehrere Faktoren zusammen gepasst. Ich wollte eh was kurzes über Rügen bloggen, die Seite fand ich einigermaßen gut recherchiert und zum Thema passend.

    Natürlich freuen die sich über gratis Links. Sollen sie. Wäre ich mir dessen nicht bewußt, hätte ich den Link nicht gesetzt.

  • Ich hatte die Mail auch bekommen – und nach dem Lesen gleich gelöscht.

    Ob es da wirklich „10 Coins“ gibt? Und wenn ja, was für Coins sind das? Trackbare?

  • Das wird dieses „Piratengold“ o.ä. sein.

  • wir mchen da auch mit.das päckchen ist unterwegs….is ja nix schlimmes dabei oder?
    mir macht es auch nix aus einen link einzubauen.

    echt jetzt….sind das probleme.

  • Ich hab die Mail nicht bekommen. Soll ich jetzt beleidigt sein? Ich habe mit anderen Blogs schon des öfteren „Linkhandel“ betrieben. Da kann monatlich schon einiges bei rumkommen. Aber ist das korrekt?

    Viele beschweren sich über irgendwelchen Müll, der bei Google auf den ersten Plätzen rankt. Sowas kommt von sowas. Übrigens ist der Linkhandel bei Google nicht gern gesehen. Wenn sowas offensichtlich wird und im großen Stil betrieben wird, fliegt man schnell mal aus den Suchmaschinen. Seit dem setze ich Links nurnoch für mich selbst. Sie sollen den Artikel bereichern und nicht irgendwelche Werbung bringen. Und selbst wenn ich Links verkaufe, muss das schon ein sehr gutes Angebot sein. Für eine Plastikdose und ein paar Coins würde ich das jedenfalls nicht machen.

    Der Preis setzt sich meistens aus dem Pagerank zusammen. PR0 = ca. 10€ PR1 = ca. 25€ PR2 = ca. 50€ PR3 = ca. 100€ weiter weiß ich nicht, da ich nie Blogs hatte, die einen höheren Pagerank hatten.

  • Clownfisch

    Da kommt also eine Hotelvermarktungsfirma und spammt mal eben die Postfächer der Betreiber von Geocachingseiten zu (was nach BDSG schon nicht legal war). Dann denke ich mit Geocaching selbst haben die gar nichts am Hut. Weils halt grad modern wird oder schon ist, schreibt man auf der eigenen Portalseite ein wenig was über das Hobby, sucht sich ein paar beliebte Caches und nennt die. Dann verspricht man den Schreib- und Verlinkungswilligen Cacherhardware im Wert von unter 5 Euro und hofft, dass ein paar drauf anspringen.

    Bei jedem geschriebenen Artikel in meinem Blog kommen im Schnitt zwischen 300 und 1000 Besucher allein von der Newsseite des Geoclub rüber. Bei anderen Blogs denke ich wird das ähnlich sein. Erfahrungsgemäß kann man für geschriebene 100 Wörter mit Verlinkung je nach Seite zwischen 10 und 40 Euro verlangen. Ihr seht also, wie sich die bei jedem ins Fäustchen lachen können, wenn wieder ein neuer Blogbeitrag aufploppt.

    Ich habe nichts dagegen, dass Ihr über die schreibt, solange Ihr Euch bewusst seid, was Ihr da macht.

  • Auch ich habe einen Artikel über diese Links geschrieben! Meinen Artikel habe ich bewußt kritsch gehalten und dabei versucht, das ganze aus der Brille eines Geocachers zu betrachten.

    Natürlich handelt es sich bei diesem „Flächenbombardement“ um den Versuch günstig an Publicity zu kommen.

    Wer sich jedoch etwas mehr mit der Materie der Onlinewerbung und der Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, wird jedoch schnell erkennen, dass dieses Links in Blogs normalerweise nicht viel Wert sind, da es sich standardmäßig dabei um sogenannte Nofollow-Links handeln, die von Suchmaschinen kaum beachtet werden…

    In meinem Artikel habe ich jedenfalls so verlinkt, da ich eher auf das Vorgehen aufmerksam machen wollte als Werbung für diese Plattform zu machen…

  • Standardmäßig sind bei (WordPress)Blogs alle Links dofollow. Will man einen nofollow-Link, muss man den entsprechenden HTML-Code einfügen. Ein großteil der Leute hat das aber mit Sicherheit nicht gemacht. Deshalb sehe ich das schon kritisch.

    Generell gilt aber: Je mehr Links auf die Seite eingehen, desto mehr ist der Link wert der nach draußen geht.

  • Moin moin,

    da ich mir schon gedacht habe, das es zu einen „großen“ Aufruhr kommt war ich echt gespannt wann dieser los geht.

    Ich pers. finde es nicht weiter schlimm wenn man von einer Seite schreibt die etwas mit dem Geocaching zu tun hat.

    Schließlich sind das ja auch irgendwo News.

    Das man mit diesen Artikel nicht beliebt ist oder der gleichen, sollte jedem schon vorher bewusst sein.

    Aber ist es denn etwa so schlimm von einer Seite zu berichten die in einer Region etwas mit Geocaching zu tun hat?

    Und selbst wenn sie davon „Klicks“ bekommen, dann sind es eben nur welche von uns.
    Und ich denke kaum das jemand wegen dieser Seite nun seinen Urlaub danach plant.

    Es ist und bleibt einfach nur eine Seite.

    Greetz

  • Es geht den Seitenbetreibern nicht primär um Klicks, sondern um „Trust“ (Vertrauen). Google denkt, da verlinken ganz viele Seiten hin, die Seite muss gut sein. Die Besucher kommen dann von Google. Sie landen auf so einer Seite anstatt auf einem gescheiten Blog der richtig informiert. Wir, diejenigen, die Neulinge an Die Hand nehmen sollten knocken uns damit am Ende selber aus.

    Ich will hier kein Sturm losbrechen, schließlich bin ich diesbezüglich auch nicht ganz unbefleckt. Ich weiß nicht, ob ich diese Werbung anfangs auch auf dem Geocaching-Blog betrieben hab. Aber auf anderen Blogs von mir auf jedem Fall. Wenn man es clever anstellt können da auch ganz ordentliche Summen zusammen kommen.
    Würde mir jemand 50€ für einen Artikel anbieten, würde ich auch nicht nein sagen 😉 . Es muss eben nur alles im Rahmen bleiben und die Blogbetreiber sollen sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

  • Clownfisch

    @Psycho_vm: „Schließlich sind das ja auch irgendwo News.“ Hm, sind es „News“, dass man an Nord- und Ostsee gut cachen kann? Wohl weniger.

    Auch geht es den Betreibern nicht um das Bekanntmachen Ihrer Seite, sonst wären die Links anders gesetzt als sie es sind. Nein es geht nur um das Listing bei Google. Aber scheinbar haben die Damen und Herren dort die letzten Updates der SERPs nicht mitbekommen. Aufgrund dieser mehr oder weniger gekauften Links wurden die Suchalgorythmen in letzter Zeit immer wieder geändert. Das was vor einem Jahr noch galt ist mittlerweile gottlob fast passè.

    Abgesehen davon: Von einem großen Aufruhr kann man sicher nicht sprechen. Ich bin mir nur sicher, dass 90% derer, die über die schreiben nicht wissen, um was es wirklich geht und wie unter Wert sie sich verkaufen. Ich bekomme mehrmals in der Woche für einer meiner Seiten Angebote wo man mir Linktausch anbietet oder mich fragt, ob ich über Produkt xy schreiben möchte. Meist sind es eigentlich deutsche Firmen, die sich aber wohlwissend eine Limited mit Sitz in London angelegt haben. Als deutsche Firma einfach Massenspam loszutreten ist aber dreist und schreit schon fast nach einer kostenpflichtigen Abmahnung.

  • Über die Art, wie versucht wird, eine zweit oder drittklassige Webseite zu pushen, kann man definitiv geteilter Ansicht sein. (Ich habe die Email auch bekommen, und auf eine Veröffentlichung verzichtet, da ich regional zu weit ab vom Schuß bin.

    @Clownfisch:
    „zwischen 300 und 1000 Besucher allein von der Newsseite des Geoclub “ kann ich nicht bestätigen. Wenn ich die Klickzahlen im News-Aggregator betrachte, würde ich höchstens 1/3 für realistisch halten, was auch die Analyse der Pageviews meiner Seite bestätigen. Über die Quelität des von dort vermittelten Traffics kann man sicher streiten, vor allem wenn man die durchschnittliche Verweildauer auf der Seite und die Betrachtungstiefe mit in Augenschein nimmt.

    Die „Ltd.“ in London oder sonstwo in UK hat bei vielen einen anderen Hintergrund, als Du sicher vermutest. Die Gründung als Kapitalgesellschaft erfordert hier in Deutschland ein Mindesteinlage von 25.000 €, während in UK keine Anforderungen an das Mindestkapital gestellt werden. Daraus auf die Glaubwürdigkeit des Unternehmens in Frage zu stellen halte ich schlicht für falsch. Die Bußgelder für Verletzungen des Datenschutzes sind in UK übrigens wesentlich höher als bei uns.

    In Bezug auf die SERPs fordern übrigens die meisten seriösen Anbieter die Links der „gekauften“ Posts als „NoFollow“ zu taggen, damit diese eben nicht von Suchmaschinen indiziert werden.

  • Clownfisch

    Die Klickzahlen kommen natürlich themenabhängig. Ist logischerweise abhängig von der Anzahl der Kommentare etc. Bei mir kommt das im Schnitt hin, wenn ich die Differenz zu beitragsfreien Zeiten nehme. Wobei ich zugeben muss, dass sich das seit dem ständigen und mehr und mehr benutzerunfreundlichen Umbau des Geoclubs reduziert hat. Aber das ist tatsächlich zweitrangig.

    Die Verletzung des Datenschutzes in UK mag zwar höher geahndet werden, dafür sind die Grenzen ja auch ganz andere, sprich kaum vorhanden. Und die Glaubwürdigkeit einer Firma anhand der des Firmensitzes festzumachen ist durchaus gerechtfertigt. Warum gehen denn solche Firmen rüber? Eben weil sie keine Haftung übernehmen wollen. Bei einer deutschen GmbH hast Du eine gewisse Sicherheit, bei einer Ltd gar keine. Gängige Praxis in unserer Firma (und wohl auch vielen anderen) ist beispielsweise: GmbH Lieferung auf Rechnung mit Zahlungsziel, Ltd Lieferung gegen Vorkasse.

  • Die gängige Praxis ist mir auch bekannt, und auch durchaus gerechtfertigt, da leider auch viele schware Schafe die niedrigen Gründungshürden für eine Kapitalgesellschaft dort mißbrauchen.

    Wobei ich im weiteren Bekanntenkreis drei Webdienstleister kenne, die diesen Weg gewählt haben um weiteren kostempflichtigen Abmahnungen zu entgehen, da das ja zwischenzeitlich ein Geschäftsmodell mehrerer Kanzleien war.

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