Wandern und Geocaching am Rennsteig

Rund 200 Rennsteige und Rennwege gibt oder gab es im deutschen Sprachraum. Wenn man jedoch heute vom Rennsteig spricht, dann meint man normalerweise den einen über rund 170 Kilometer von Hörschel an der Werra nach Blankenstein an der Selbitz. Vor rund 20 Jahren war ich als technischer „Entwicklungshelfer“ in Thüringen und seitdem saß der Gedanke in meinem Kopf fest, den Rennsteig irgendwann man zu erwandern. Jetzt war es endlich soweit. Da es zwar jede Menge Seiten zu dem Thema gibt, die meisten aber nur Werbung fürs eigene Reiseunternehmen und wenig praktische Infos beinhalten, möchte ich ein paar Erfahrungen meiner Wanderwoche zusammenfassen.

Rennsteig

Die Laufrichtung:
Die meisten gehen von West nach Ost, sprich von Hörschel nach Blankenstein. Ich habe mich für die Gegenrichtung entschieden, da ich mir so ein paar Anfahrtskilometer sparen wollte. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass so auch die schönsten Stücke zum Ende kamen. Gerade das Stück durch Bayern hat mich sehr enttäuscht, weil man größere Strecken auf geteerten Radwegen entlang von stark befahrenen Straßen gehen muss. Auch landschaftlich hat das Stück von Oberhof bis Hörschel am meisten Abwechslung zu bieten. Mischwälder mit immer wieder schönen Aussichtspunkten muss man hier nicht so suchen wie auf der östlichen Hälfte, wo man teilweise wirklich stundenlang auf breiten Forstwegen durch Fichtenhochwald geht und es kaum Aussichtspunkte hat.

Ausicht am Rennsteig

Die Etappenplanung:
Hardcorewanderer bewältigen den Rennsteig in fünf Tagen, was aber Tagesabschnitte von bis zu 45 Kilometer beinhaltet. Moderater, aber noch immer sportlich geht es in sechs Tagen, familientauglich funktioniert der Rennsteig in 11-13 Tagen. Mein Plan ging über sechs Tage, da ich aber noch ein paar Dosen suchen wollte und auch Zwangsppausen zwecks Regen einlegen musste, wurden es sieben Tage.

Neue Gehlberger Hütte

Unterkunft:
Als Einzelwanderer hatte ich mir im Vorfeld keine Gedanken um die Unterkunft gemacht. Da ich wegen dem unbeständigen Wetter auch nicht genau wusste, wie weit ich jeden Tag kommen würde, habe ich immer einfach angefragt und auch immer sofort etwas bekommen. Es gibt für jeden Geldbeutel zahlreiche Pensionen, Gasthäuser und Hotels an der Strecke und wenn man allein oder zu zweit unterwegs ist sollte es kein Problem sein, spontan eine Unterkunft zu bekommen. Wer es ein wenig sicherer möchte kann ja sich am Morgen schon immer eine Unterkunft für die kommende Nacht empfehlen und vorreservieren lassen. Als Gruppe sollte man natürlich schon ein wenig auf die sichere Seite gehen und besser vorplanen. Für Outdoorfreunde ist der Rennsteig ideal. Fast alle zwei Kilometer gibt es eine überdachte Hütte, die immer super gepflegt und sauber sind. Dort kann man problemlos seine Isomatte und den Schlafsack ausbreiten und nächtigen. Das Zelt kann man getrost zu Hause lassen.

Wegweiser am Rennsteig

Meine Etappen im Einzelnen:
Blankenstein (Anreise per Auto) – Steinbach am Wald: (28,7 km):
Steinbach am Wald – Neuhaus am Rennweg (23,7 km)
Neuhaus am Rennweg – Neustadt am Rennsteig (31,4 km)
Neustadt am Rennsteig – Schneekopf (22,8 km)
Schneekopf – Ebertswiese (29 km)
Ebertswiese – Hubertushaus (26,1 km)
Hubertushaus – Hörschel (24,5 km) und Rückfahrt per Zug nach Blankenstein

Die Wartburg bei Eisenach

Geocaches am Weg:
Als Grundlage habe ich mir die Liste von Team Krombaer genommen, die augenblicklich 58 Dosen beinhaltet. Wirklich vorgenommen habe ich mir aber nur die Rennsteigserie von LipsiaUS, die aus neun schönen Tradis und und einem Bonus besteht. Letzterer ist leider für den Wanderer nicht wirklich suchbar, da er sich in der Mitte der Wanderung befindet, man aber erst die Koords erhält, wenn alle Dosen gefunden wurden. Ansonsten profitieren alle Caches von der schönen Landschaft und den vielen Aussichtspunkten. So ist der gefühlte Querschnitt natürlich besser als in der Stadt. Allerdings ist es auch eine wenig enttäuschend, wie oft Filmdosen lieblos im Wald versteckt wurden. Auffallend viele Dosen sind auch schlecht gewartet, teilweise durchnäßt oder von Tieren angenagt. Ein besonders Highlight habe ich vermisst, die Tradis sind alle in Standardverstecken. Einzig der Schatz des Archimedes bildet hier die Ausnahme und erfordert ein wenig Hirnschmalz.

 

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