Die Art der Kommunikation

Ich hatte schon ein paar Zeilen zu meinem neuen Multi geschrieben (den Beitrag habe ich aber zugunsten dieses Postings gelöscht). Mittlerweile ist er auch freigeschalten. Doch hat mir der Ablauf mal wieder gezeigt, dass es doch ein wenig Defizite gibt.

Kurzfassung: Mein neuer Multi liegt im Gelände des Freilandmuseums Neusath, dessen Träger der Bezirk Oberpfalz ist. Er besteht aus sechs Ablesestationen und einem Finale, dessen Lage mit der Museumsleitung abgestimmt wurde. Auf die  Öffnungszeiten und die fällige Eintrittsgebühr habe ich im Listing hingewiesen. Zusätzlich habe ich einen Link auf die Homepage des Museums gesetzt, damit man eben diese Infos leichter finden kann. Zwecks dem Eintrittspreis habe ich das Attribut „access/parking fees“ gesetzt. Das Listing kann sich jeder selbst ansehen, es ist nahezu unverändert online.

Nun gibt es in den Richtlinien den Punkt 2.1 (Kommerzielle Caches sind nicht erlaubt). Die Intention dahinter (zumindest verstehe ich das so) ist wohl, dass man nicht möchte, dass in irgendwelchen Geschäften Dosen gelegt werden oder dass die Caches nur gelegt werden um Produkte zu bewerben. Meinen Multi sah ich davon eigentlich nicht berührt. Das Logo des Museum habe ich bewusst nicht verwendet, man muss keine Mitarbeiter kontaktieren oder Produkte kaufen. Eigentlich ist er wie ein Multi in einer beliebigen Altstadt, wo man eben (statt einer Eintrittsgebühr) fürs Parken oder den ÖPNV zahlt. Zudem gibt es ja in fast jedem Zoo ebenfalls Dosen, die mit dem hier durchaus vergleichbar sind.

Dann die Veröffentlichung bei OC und zeitgleich gab ich den Cache bei GC zum Reviewer. Es folgten gleich zwei Fundlogs, wie ich sie mir erhofft hatte. Nach einer Woche (so lange dauerts wohl derzeit, bis ein Reviewer Zeit hat) dann von eahmschaugo eine Note:

Hallo,

vielen Dank für Deine Cacheanmeldung.

Bevor ich Deinen Cache weiterbearbeiten kann, möchte ich Dich bitten, dass Du Dir von Groundspeak genehmigen lässt, dass für die Suche des Caches Eintritt gezahlt werden muss.

Bitte schreibe dazu eine mail (mit dem GC-Code im Betreff) an contact@groundspeak.com und erwähne, was der Eintritt kostet. Frage am besten auch gleich nach, ob der Link auf die Seite des Museums im Listing in Ordnung ist.

Erste Reaktion von mir und einem Cacherkollegen: Ähm? Hat der keine Lust sich selbst zu informieren? Nachdem die erste Wut verflogen war, fand ich dann in der grünen Hölle Hinweise, dass man da von G$ eine persönliche Genehmigung benötigt, sobald nur der vage Verdacht besteht, es handelt sich um einen kommerziellen Cache. Nur diesen einen Satz als Begründung vom Reviewer und man würde seine Entscheidung verstehen. Nur ein Satz und wir hätten keinen Groll auf ihn gehabt, sondern höchstens auf den Bürokratismus bei G$.

Ich habe dann bei Groundspeak angefragt und nach zwei automatischen Mails, dass man wohl gerade wegen Überlastung keine Zeit hätte, meine Mail zu bearbeiten, wurde nach einer weiteren Woche die Dose freigeschalten.

Ich selbst bekam von Groundspeak keine Antwort, der Reviewer dafür diese Hausaufgabe:

We have received an appeal for GC31RPV and will give permission for it to be published with a 4.50 fee. Would you like to tell the CO the good news?

Dieser Satz wurde dann kommentarlos in eine Reviewer Note kopiert, die dann mit der Veröffentlichung gleich wieder gelöscht wurde. Kein „Hallo Clownfisch“, kein „Viele Grüße“, kein „Leck mich am Arsch“.

Ich spare mir jetzt jeden weiteren Kommentar, stattdessen möchte ich nur einen Satz von stash-lab zu diesem Thema zitieren, der es ganz genau trifft:

ich bin davon überzeugt, dass Kommunikation der einzige Weg ist, um Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen. Was wir im Dialog mit Jägern und Förstern bereits beginnen konnten, scheint nun auch unter den Geocachern notwendig zu werden.

6 comments to Die Art der Kommunikation

  • Killertomate

    Ich weiß erlichgesagt nicht, wo das Problem ist? Auf der einen Seite beschwerst Du Dich indirekt über die lange Wartezeit bei neuen Caches, auf der anderen Seite soll der Reviewer zu dieser eindeutigen Nachricht auch noch einen persönlichen Satz schreiben. Wofür? Es ist doch alles gesagt, der Cache ist freigeschaltet und der Reviewer hat Dich damit informiert, das es von GS akzeptiert wurde. In der Zeit der persönlichen Ansprache und Erklärung kann er schon fast einen weiteren Tradi freischalten, das ist doch was! Ein wenig Rücksicht und Verständnis von Seiten der Cacher wäre auch mal ganz hilfreich!

  • Clownfisch

    @Killertomate: Wo bitte in diesem Text habe ich mich über die Wartezeit beschwert? Ich habe lediglich den zeitlichen Ablauf geschildert.

    Klar hätte eine kurze Erklärung Zeit gekostet. Und in der Summe können vielleicht ein paar mehr Powertrailtradis freigeschalten werden. Aber bitte dann als Reviewer nicht über Boykottaktion (wie neulich im Nachgang zu „Stirb Ewig – GC1Z19Q“) wundern, die genau aus solchen „Sparmaßnahmen“ entstehen. Da müssen die Reviewer wohl im Nachhinein ein Vielfaches an Zeit verbraten um die Wogen wieder zu glätten.

  • Killertomate

    OK, dann nehme ich das mit dem Beschwerden zurück, ich hatte es so verstanden, aber das Fazit meines Kommentars bleibt das selbe. Was der Reviewer in der Zeit freischalten kann ist irrelevant, aber er hat halt Zeit etwas freizuschalten.

    Abgesehen davon, das ich die Boykottaktion ziemlich lächerlich fand ist dort eine ganz andere Situation.
    Dort gab es Ärger und ich gebe Dir in soweit recht, das hier eine längere Kommunikation notwendig ist.

    Bei Dir wurde der Cache freigeschaltet, ohne Einschränkungen, was gab es da noch groß abzusprechen / zu schreiben?

  • Clownfisch

    Steht eigentlich schon im Absatz nach dem ersten Zitat. Beispielsweise hätte so ein Satz Wunder bewirkt: „In diesem Fall, wo nicht 100% ausgeschlossen werden kann, dass es sich um einen kommerziellen Cache handelt, sind wir Reviewer angewiesen, den Cacheowner aufzufordern, sich selbst eine Einzelgenehmigung einzuholen. Bitte kontaktiere dazu …“

  • Kopfschüttler

    Einerseits wird hier über Groundspeak hergezogen und deren ehrenamtliches Personal diskreditiert, andererseits wird erwartet, dass dann ein maßgeschneiderter Satz kommt. Genau die Information steht übrigens zur Verfügung und sollte bekannt sein.

    Tipp: Einfach bei OC bleiben, da ist alles schön, kostenfrei und doch ohnehin besser. Da kann man die Caches selbst freischalten.

  • Kommunikation war noch nie eine Stärke der deutschen Reviewer. Nicht umsonst gibt es immer wieder Unmut über deren Entscheidungen und Arbeitsweise, sowie Unmut über mangelnde Transparenz.

    @Kopfschüttler: Hier wird doch kein ehrenamtliches Personal diskreditiert. Hier wird gezeigt, mit welchem Elan, welcher Kundenfreundlichkeit manch Reviewer arbeitet. Ehrenamt kommt in erster Linie von Ehre, wenn dem Reviewer sein „Amt“ also eine Ehre ist, dann soll er es auch entsprechend ausfüllen. Und genau das tun die wenigstens Reviewer. Und so drängt sich eben zwangsläufig der Eindruck auf, das es den meisten Reviewern nur um Macht und/oder das mit dem Posten verbundene Ansehen auf dem nächsten Stammtisch geht. Würde es den Reviewern wirklich um das Hobby und die Community gehen, dann würde mit Sicherheit so manches anders laufen.

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