Cacher, wie wichtig ist Dir Datenschutz?

Vergangenen Dienstag war in Bayern 2 Constanze Kurz vom Chaos Computer Club zu Gast und hat eine Stunde ein paar Datails zu Facebook, Google und Co. erzählt, die teilweise sogar mir neu waren. Dieses sehr empfehlenswerte Interview (Podcast hier) möchte ich zum Anlaß nehmen und ein paar Denkanstöße geben.

Bewegungsprofil auf Geocachingseiten

Ist eigentlich schon mal jemanden bewusst geworden, wie gläsern wir als Cacher sind, wenn wir unsere Besucher bei GC oder OC loggen? Bei jedem x-beliebigen Cacher kann man nachverfolgen, wann er wo war. Warum braucht es diese Funktion? Warum kann man es nicht verhindern, dass andere die eigenen gefundenen Dosen genau nachverfolgen können? Sicherlich kann man jetzt dagegen halten, dass man ja das Log beim jeweiligen Cache sowieso sieht. Allerdings sieht man dort nur das eine Log und nicht die ganze aufbereitete Historie des Cachers.

Beispiel: Ich suche normalerweise in Bayern, weil ich hier wohne. Übers Wochenende fahre ich nach Nordhausen zum tauchen und mache nebenbei ein paar Dosen. Prompt kam Dienstag schon die erste Mail, wo ich darauf angesprochen wurde. Nicht dass mir der Ausflug peinlich wäre oder ich ihn unbedingt verheimlichen wollte. Würde es diese Übersicht aber nicht geben, könnte man übers Wochenende auch mal wegfahren, ohne dass es alle mitbekommen.

Ich lasse es mir eingehen, dass die Cacher aus der Freundesliste die Funde sehen dürfen, warum aber kann man Fremden keinen Riegel vorschieben? Hat es dazu überhaupt schon eine Diskussion gegeben? Oder sind wir in der Hinsicht schon zu abgestumpft? In der Gegend kenne ich einen Geocacher, der nicht alle Funde online loggt. Ich habe ihn noch nicht darauf angesprochen, aber vielleicht liegt es daran?

Welche Daten übertrage ich als Webseitenbetreiber an externe Dienstleister?

Nach einer längeren Pause hat Geocaching Bayern die Seite komplett neu gestaltet und kommt mit täglich neuen Beiträgen. Ich unterstelle den Betreibern keinerlei böse Absicht und nehme diese Seite nur als Beispiel weil dort jede Menge Funktionen verbaut sind, die in meinen Augen nicht nötig sind:

Facebook like: Trackingtool, das Benutzerdaten an Facebook übermittelt ohne daß der Besucher Einfluß nehmen kann. Der ULD hält die Verwendung in Deutschland für illegal und fordert die Webseitenbetreiber zur Entfernung auf.

Google +1: Trackingtool mit gleicher Funktion wie bei Facebook, da Google aber noch weit mehr Möglichkeiten hat, Daten zu verknüpfen, halte ich persönlich den Einsatz für noch bedenklicher als bei Facebook.

Der Webseitenbetreiber vereint mit der Wibiya Free Web Toolbar die oben genannten Komponenten in einer Leiste und übermittelt damit zusätzlich die Benutzerdaten an den israelischen Anbieter. Ein Auszug aus der „Privacy Policy“ offenbart, daß mit diesen Daten eigentlich alles gemacht werden darf:

With any of our subsidiaries, joint ventures, or other companies under common control with us, in which case we will require them to honor this policy. Additionally, in the event we go through a business transition such as a merger, acquisition by another company, or sale of all or a portion of our assets, your Personal Information may be among the assets transferred.

Als Betreiber einiger Webseiten verzichte ich persönlich auf solche Tracker, wo es nur geht. Wer als Seitenbetreiber aber meint, er müsse sie einbauen, der sollte dies in der Datenschutzerklärung seinen Besuchern mitzuteilen. Und als Eigenschutz im abmahnfreudigen Deutschland ist das sowieso eine zwingende Notwendigkeit.

Die Gründe für die Verwendung solcher Buttons kann ich nur bedingt nachvollziehen. Vielleicht erhoffen sich Webseitenbetreiber dadurch mehr Besucher oder finden die Buttons einfach nur hübsch cool trendy. Ich bin der Meinung, dass man als Seitenbetreiber mit ordentlichem Inhalt weit mehr Besucher auf seine Seite holen kann als mit irgendwelchen Facebook- oder sonstigen Gruppen. Gerade bei Seiten zu unserem Hobby kommen 90 Prozent der relevanten Besucher sowieso über den Newsaggregator vom Geoclub.

Als Besucher kann man sich wenigstens halbwegs schützen. So sollten Sitzungscookies und ein AD-Blocker (ja, ich widerspreche mir selbst, da ich AdSense eingebaut habe) eine Selbstverständlichkeit sein. Ich persönlich verwende immer zwei Browser. Einen, wo ich mein (ja hab gezwungenerweise auch eines) FB- und Googlekonto abfrage und einen fürs normale Surfen im Web.

 

27 comments to Cacher, wie wichtig ist Dir Datenschutz?

  • punica

    Zum Thema Bewegungsprofil gibts schon einen Vorschlag im Feedbackforum. Leider ist das, was die Community wünscht und das, was Groundspeak dann realisiert, nicht immer das gleiche 😉
    Grüße Team punica

  • Max

    Nicht online zu loggen ist aber auch nur der halbe Weg, denn jeder der die Dose nach Dir findet, weiß ja auch, dass Du da warst. Sicherlich ist das schwerer nachzuvollziehen, eben wie das einzelne Log im Listing.
    Konsequent wäre aber dann gar keine Spuren zu hinterlassen.

    Eine auch gern genutzte Möglichkeit ist statt ‚Found It‘ mit einer Note zu loggen, dann sind die Funde gar nicht mehr im Profil abrufbar.

  • MaJa

    Es gibt ein spezielles Firefox-Tool für genau diesen Trackersch***s: Ghostery. Blockt dieses ganze Geschmeiss. Ausserdem natürlich entweder keinen Fratzenbuch-Account (und auch kein Google-Wasweissich) und keinerlei Cookies von den beiden erlauben. Sehr nützlich in dem Zusammenhang ist auch Requestpolicy (das hier auf dieser Seite einen Zugriff auf gravatar.com blockt, was immer das ist).

    Wenn man Fratzengesicht und Google denn mal unbedingt braucht, dann mit einem eigenen Firefox-Profil nur dafür sowie Privacy-Mode (damit die ganzen Cookies gleich im Orcus landen).

    MaJa

  • Clownfisch

    @Max: Den Eintrag bei der Dose oder im Onlinelog des Caches sehe ich nicht als so problematisch an. Überlege mal, wie lange Du über diese Art brauchst, eine Liste meiner ganzen Funde zu erstellen.

    Das Problem ist, dass man diese Liste auf den Seiten von GC oder OC mit drei Mausklicks bekommt.

    @Maja: Gravatar stellt Icons zu Deinem Kommentar dar falls Du Dich dort registriert hast. Aber Du hast recht, ich hab die eben abgeschalten. So werden auch die Kommentare besser lesbar.

  • MaJa

    @Clownfish: Ich wollte damit nur zeigen, daß die Kombination adblock+,noscript, requestpolicy und ghostery den Besuch fremder Sites zwar etwas unbequemer, aber sicherer macht. Da man bei allen diese Tools site-bezogene white- und blacklists pflegen kann, kann man sich einzelne Sites (wie z.B. GC) gangbar machen, ohne daß die nächste besuchte Seite die gleichen Privilegien hat.

    MaJa

  • Clownfisch

    @MaJa: Klar, aber als Webseitenbetreiber habe ich auch eine Verpflichtung, möglichst wenig Daten meiner Besucher an Dritte zu übertragen. Auch von denen, die am PC nicht so fit sind und für die Internet gleich Internet Explorer oder Safari ist.

    Man muss sich immer vor Augen halten, dass Firmen, die kostenlose Dienste anbieten von irgendwas leben müssen. Und bei FB, Google oder eben Gravatar ist es die Verwertung, die Aufbereitung oder der Verkauf der Daten, die sie durch ihren Dienst bekommen.

  • MaJa

    Ach so, noch die allerwichtigste Einstellung für den Firefox: Cookies darf nur der Server setzen (keine third-party cookies), und jedesmal fragen!

  • Mit dem Facebook-Plugin gebe ich Dir durchaus Recht, wobei es meinem Empfinden nach nicht die feine Art ist, einen anderen Blog in dieser Form anzuprangern, auch wenn eine solche Intension beim Verfassen des Artikels nicht gegeben war.

    Aber vielleicht sollte man sich auch einmal Gedanken darüber machen, welche Interessen ein Webseitenbetreiber verfolgt. Er möchte dem Leser einen möglichst hohen Komfort bieten. Dazu gehört nun einmal auch, dass interessante Inhalte mit „Freunden“ schnell und unkompliziert geteilt werden können. Ob Facebook, G+, oder was auch immer an sozialen Netzwerken von meinen Lesern genutzt wird, möchte ich natürlich auch die dortigen Funktionen unterstützen, um (m)einen Blog bekannter zu machen und meine Inhalte zu streuen.

    Interessant ist im übrigen, dass die Nutzer dieser Netzwerke ja bereits den dort hinterlegten Datenschutzbestimmungen zugestimmt haben, und damit i.d.R. der Nutzung der Daten in der beschrieben Form bereits zugestimmt haben:

    „Wir erhalten Daten immer dann, wenn du ein Spiel, eine Anwendung oder Webseite nutzt, welche/s die Facebook-Plattform verwendet, oder wenn du eine Webseite besuchst, auf der eine Facebook-Funktion (wie zum Beispiel ein soziales Plug-in) vorhanden ist.“ (Quelle: http://www.facebook.com/about/privacy/your-info#inforeceived)

    Über das PlugIn erfolgt also nur der vom Nutzer des Sozialen Netzwerkes bereits autorisierte Informationsfluss, werden die entsprechenden Cookies nicht gefunden, erfolgt i.d.R. kein Datenaustausch.

    (Für meinen Blog „DasLangeSuchen“ habe ich übrigens auch einen anderen Weg gewählt, der diesen Informationsaustausch nicht erforderlich macht.)

  • quirinh

    Vielleicht wäre auch die Nutzung der 2-Klick-Variante von Heise eine Überlegung wert. Ist ein Kompromiss zwischen Datenschutz auf der einen und „solche-Buttons-muss-man-unbedingt-haben“-Einstellung auf der anderen Seite.
    Der Code ist hier verfügbar.

  • Clownfisch

    Wie gesagt, ich wollte nicht ein spezielles Blog anprangern, doch wurde auf dieser Seite alles eingebaut, was es irgendwie gibt und da sich die Betreiber ja als Plattform für die Geocacher in Bayern sehen, müssen sie sich damit auch auseinandersetzen.

  • Lieber Clownfish,

    Ich melde mich hier als Betreiber des oben erwähnten Blogs.

    Ich habe ja schon auf Deine eMail geantwortet in der Du mich vor Abmahnungen gewarnt und mir kommerzielle Absichten mit meinen Bannern unterstellt hast.

    Ich versichere Dir hiermit öffentlich dass ich weder vom Berufsgeocacher noch von geoutdoor.de noch von der-chiemgau.com oder Cache-corner.de auch nur einen Cent bekomme!!! Sowas nennt man Bannertausch.

    Nun zu den Vorwürfen bzgl Facebook und Google+: Hättest Du mein Impressum erneut mal gelesen wüsstest Du dass dort nun beides mit aufgenommen ist.

    Wir sind nun mal im Zeitalter von Social Communities und nicht mehr bei Feder und Tinte.
    Wir haben das im Blog damit unsere Leser einen Beitrag mal schnell in FB oder G+ verteilen können.
    Ohne diese Buttons müssten sie das per Email oder sonstige Kommunikationsformen erledigen und ich brauche wohl niemandem erklären dass das Versenden von unverschlüsselten Emails, wenn man es datenschutzrechtlich auf die Spitze treiben will nicht unbedenklich ist.

    Wer diese Buttons nicht drückt, dessen Daten werden auch nicht getrackt!

    Schon mit Absenden dieses Kommentares ist meine IP-Adresse bei Dir im Blog geloggt, was Deiner Aussage in der Email an mich auch nicht erlaubt sein soll.

    Ich verbitte mir dass ich, meine Mitschreiber und mein Blog in Zukunft nochmal öffentlich so in Kontext gebracht werden und verbleibe

    Mit besten Grüßen
    Daniel Radeck

  • Es ist wie fast bei allen Dingen in Deutschland: Aus einer durchaus vernünftigen Ansicht wird durch Übertreibung und Panik eine irreale Angst geschürt.

    Vernünftig ist es, auf Datenschutz zu achten. Das sollte sich in erster Linie darauf beziehen, nicht überall, besonders bei jedem Gewinnspiel, seine kompletten Daten einzugeben. Panikmache ist es aber, wegen eines Facebook- oder Google+-Buttons gleich mit Datenschutz-Problemen zu kommen.

    Was das ULD bzw. dessen Boss, Herrn Dr. Thilo Weichert betrifft, so macht er genau das, was ich anprangere: Er schürt Panik. Beinahe wäre ich jetzt darauf eingegangen, dass Dr. Weichert Güner ist und diese Partei ja dafür steht, übertriebene Panik zu schüren, ich verkneife es mir aber, näher darauf einzugehen. Er schürt also Panik, die hier im Blog einfach so übernommen wird. Mir ist übrigens kein einziger Fall bekannt, wo jemand wegen eines Facebook-Like-Buttons abgemahnt worden wäre (wobei das nichts heitßt, ich kenne nicht alle Anmahnfälle) – aber vielleicht lesen irgendwelche Abmahnabzocker ja diesen Bericht und hoffen nun, eine neue Geldquelle gefunden zu haben.

    Übrigens: Wenn ich weder bei Facebobook noch bei Google+ angemeldet bin, kann mich dieser Button auch nicht tracken. Und wenn ich dort angemeldet bin, habe ich den entsprechenden Bestimmungen dort zugestimmt.

    Auch wenns nicht direkt zum Thema „Datenschutz“ passt, es passt aber hervoragend zum Thema „Panik verbreiten“: http://www.zeit.de/wissen/2011-08/walter-kraemer-angst

  • Clownfisch

    @Omabande: Ja ich hatte Dir in meinen Mails geschrieben, auf was man aufpassen muss und wie einem Abmahnanwälte gerne mal das eigene Tun auslegen. Du brauchst auch nicht mir irgendwas versichern. Und in Sachen Impressum war das noch nicht angepasst, als ich diesen Beitrag geschrieben habe. Aber schön, dass jetzt da was drin steht. Aber wie gesagt, da war nur als gut gemeinten Tipp an Dich gedacht.

    Definitiv falsch ist aber diese Aussage: „Wer diese Buttons nicht drückt, dessen Daten werden auch nicht getrackt!“. Ich gehe jetzt vom Normaluser aus, der sich bei FB und Google nicht während einer Browsersitzung ausloggt oder die Cookies löscht. Der kann nämlich schon während des Besuches getrackt werden und nicht erst wenn er auf einen der Buttons klickt.

    Zum angesprochene IP-Logging beim kommentieren hier: Die IP wird hier automatisch auf 0.0.0.0 gesetzt, wenn der Kommentar freigeschalten wird. Das Plugin dazu nennt sich „Delete Comment IP immediately“ falls Du es auch verwenden möchtest.

    Zum Thema Blog in öffentlichen Kontext bringen: Das ist ein freies Land, in dem jeder über das schreiben darf, was er möchte, solange er sich im rechtlichen Rahmen bewegt. Du wirst als Blogger noch öfter Kritik einstecken müssen, frag mal die Betreiber vom Geoclub, was die sich mitunter anhören dürfen.

  • Clownfisch

    @Werner: Warum sollte Dich beispielsweise G+ nicht tracken können, wenn Du dort kein Konto hast? Sie können Dich theoretisch tracken, ab dem Augenblick, wo Du eine erste Mail an jemanden mit Googlemailadresse schickst. Zumindest hast Du aber ab dem Zeitpunkt Deiner ersten Suche bei Google ein Cookie auf dem Rechner. Sie wissen also, was Du suchst. Dazu bekommen sie dann über Analytics, Picasa-Webalben, den G+-Button oder einen der vielen anderen Dienste (ja auch Adsense) die besuchten Webseiten weitere Informationen. Wer natürlich ein Googlekonto hat und dazu angemeldet ist, läßt die Hosen ganz runter und gibt Google die Möglichkeit, alle Daten zu einem Puzzle zusammenzufügen. Ich persönlich traue Google alles zu. Als sie die Streetviewaufnahmen gemacht haben, wurden „versehentlich“ alle WLAN-Netze gescannt. Wer weiß, was sie „versehentlich“ mit Deinen Daten machen?

    Und zu der ganzen Panikmache, die in dem Zeitartikel beschrieben wurde: Da geht es immer nur um wirtschaftliche Interessen. Die Medien wollen ihre Produkte verkaufen. Bei der Schweinegrippe kamen dann noch die Interessen der Pharmaindustrie ins Spiel. Mit dem Thema Datenschutz ist das nur bedingt vergleichbar.

  • Clownfisch

    BTW: In dem Artikel ging es mir hauptsächlich um den ersten Punkt. Das mit FB und G+ hat nur grad gut zum Thema gepasst.

  • @clownfish: dann versteh ich aber nicht warum von google generierte werbeanzeigen auf deiner Seite eingebaut sind.

  • omabande

    @Clownfish

    Du redest die ganze Zeit davon wie wichtig Dir der Datenschutz ist… Woher hast Du bitte die Erlaubnis die GC-Nicks zu den Reviewer-Accounts hier preiszugeben???

    Fällt das nicht auch unter Datenschutz?????

  • Clownfisch

    @Omabande: Die Reviewerdiskussion hatten wir schon zu genüge in einigen Blogs. Bitte lies dort im Detail nach. Zusammengefasst bin ich (und sind auch viele andere) der Meinung, dass Reviewer Personen mit einer Art Amtsfunktion sind. Sie übernehmen die Funktion eines Polizisten oder Schiedsrichters für unser Hobby ein. Ich bringe zwei Nicknames miteinander in Verbindung, keine Echtnamen.

    BTW: den Nachweis, wer sich hinter welchem Cachernamen verbirgt, wurde auch viel über das ganz oben bemängelte Listensystem (in diesem Fall von Groundspeak) geführt.

    Mit der Kritik an meiner AdSensewerbung hast Du vollkommen recht. Ich wäge auch ständig neu ab, ob sich die Einnahmen lohnen für den Preis, den man damit zahlt.

  • @Clownfisch: Das meine ich mit Panik: Dann soll mich Google halt tracken! Im Vergleich zu wirklichen Datenschutzproblemen wie der Austausch meiner Daten zwischen verschiedenen Behörden und Firmen oder zum Beispiel der Zwang ein Konto haben zu müssen, der geplanten Verdrängung des Geldes als Zahlungsmittel hin zur Kartenzahlung usw. ist für mich dieses Tracking von Google & Co. absolut unwichtig.

    Und ob ich beim Cachen gläsern bin oder nicht, stört mich überhaupt nicht. Ich habe sogar Google Latitude auf meinem Handy, meine Frau und ein paar Freunde wissen also immer, wo ich bin. Das hat den Vorteil, dass ich sicherlich niemals wochenlang irgendwo halbtot oder tot wo rumliege und hat den Nachteil, dass Google seine Festplatten füllt. Da überwiegen für mich eindeutig die Vorteile, ähnlich sehe ich es bei den angesprochenen Buttons. Hier kommen wir auch wieder zu der von mir angesprochenen irrealen Panik.

    Mir ist völlig klar, dass die Grenze zwischen vernünftigem Datenschutz und Überwachung fließend ist und dass man hier sachlich entscheiden muss und nicht irreal panisch. Denn Panik nützt nur denen, die noch mehr Überwachung wollen.

    In dem von mir verlinkten Artikel wurde auch auf Fukushima eingegangen und die daraus resultierende Panik (nur) in Deutschland. Ich muss dazu sagen, dass ich gegen Atomkraftwerke war und bin, aber nicht weil ein Tsunami ein Problem für „unsere“ AKWs ist, sondern weil das Problem der Lagerung und Endlagerung der Abfälle nicht geklärt ist. Und daran hat sich seit Fukushima nichts geändert. Trotzdem sind plötzlich alle, sogar die CDU, die ja vorher die Laufzeitverlängerung ermöglichte, gegen Atomkraft. Es wird mir irrealer Panik gearbeitet, nicht nur bei Atomkraftwerken, nicht nur bei Pharmaprodukten, nicht nur beim Rauchen, sondern eben auch beim Datenschutz, beim Thema Klima, eigentlich überall. Ich würde mir weniger irreale Angsterzeugung und mehr Sachlichkeit wünschen.

    Übrigens: Was Googles Adsense betrifft: Ich hatte das mal auf meinen Webseiten. Die geringen Einnahmen waren den Aufwand nicht wert, also hab ichs wieder rausgeworfen.

    Ich möchte noch kurz etwas zum Thema Anprangern sagen, was ja hier auch thematisiert wurde. Einerseits ist es natürlich legitim, Beispiele für bestimmte Vorwürfe – oder sagen wir Hinweise, das klingt nicht so negativ – aufzuzeigen. Ob die Nennung einer Cacher-Webseite in diesem Fall so glücklich war, bezweifle ich allerdings, das kann sehr schnell zu Kleinkriegen führen, weil jemand sich angegriffen fühlt und dann seinerseits meint agieren zu müssen. Vielleicht wäre hier als Beispiel eine themenfremde Webseite besser geeignet gewesen, aber das ist nur meine unbedeutende Meinung.

  • ColleIsarco

    Noch eine kleine Anmerkung vom Thema Tracking:
    Neuerdings benutzt Groundspeak die Dienste von quantserve.com zum Tracken.
    Es steht jedem frei eine entsprechende Blockierregel in ABP einzutragen.

    Desweiteren: Informationelle Selbstbestimmung ist ein wichtiges Recht und den mittlerweile extrem sorglosen Umgang mit persönlichen Daten finde ich traurig. Dabei wird immer und immer wieder versucht die Grenze ein wenig voran zu treiben. Ein Datenscheibchen hier und ein Datenscheibchen dort bis die gesamte Salami weg ist…

    Hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt, wo bei Facebook u.a. die Wertschöpfung liegt? Ist Gläsernheit ein erstrebenswertes Ziel? Wohl kaum! Bewußter und Selbstbewußter Umgang mit seiner Persönlichkeit (inkl. der dazugehörigen Daten) ist Ausdruck politischer und Demokratischer Aufgeklärtheit.

  • @Clownfish: was mir echt konträr erscheint und extrem unglaubwürdig macht ist die Tatsache dass Du Dich indirekt beschwerst dass Du über Dein gc.com Profil gläsern bist und Deine Aufenthaltsorte zurückverfolgbar sind, im Gegenzug Du selbst andere doppelt gläsern machst indem Du gc-nicks veröffentlichst.
    Es gibt da ein altes Sprichwort das lautet: „was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu“

    Nur so am Rande: Jemand anderen öffentlich an den „Pranger“ zu stellen wegen Facebook-like- und +1-Buttons aber selbst adsense-Werbung auf der Seite zu haben passt nicht zusammen. Ebenso ist es nicht fair mir in der Email kommerzielle Absicht mit Bannertausch zu unterstellen und selbst Geld mit Deinem privaten Blog zu verdienen.

    P.S.: ich zieh mich aus der Diskussion zurück

  • Stefan

    @Werner:
    „Im Vergleich zu wirklichen Datenschutzproblemen wie der Austausch meiner Daten zwischen verschiedenen Behörden und Firmen oder zum Beispiel der Zwang ein Konto haben zu müssen, der geplanten Verdrängung des Geldes als Zahlungsmittel hin zur Kartenzahlung usw. ist für mich dieses Tracking von Google & Co. absolut unwichtig.“

    Glaubst Du ernsthaft, dass beispielsweise die amerikanischen Behörden keinen Zugriff auf die Daten bei Facebook haben?

  • Otador

    Am besten oben den Knopf drücken….:

    http://deleteinter.net

    ^^ dann werden die Probleme wieder weniger.
    Wer das Internet nutzt, muß sich über die Mängel im Klaren sein..
    Ansonsten Finger weg davon…

  • Hans Dampf

    Ich sehe bei gc.com kein größeres Problem als bei twitter, fb, g+ … solange man nicht effektiv verhindert, das Hinz und Kunz eine Verbindung zwischen Nick und RealName herstellen kann, kann mit wenig bis mittlerem Aufwand ein Profil erstellt werden (Egal wo im Netz man sich öfters rumtreibt). Ich musste letztens z.B. einen befreundeten Cacher bitten, bei einem Foto das er zum Log hochgeladen hat meinen Usernamen zu entfernen. Da ich weder Bild, Nick, Realname in irgendeiner Art und Weise verbunden haben will.

    Wenn man zusätzlich noch verschiedene Identitäten für unterschiedliche Netzwerke nutzt ist man mit kleinem Aufwand und ohne technische Limitierungen recht Anonym unterwegs. Der meiner Meinung nach einzige Grund im Internet erkennbar zu sein ist wenn man es geschäftlich nutzt und die Plattformen als werbe/Kommunikationsmittel einsetzt.

    Das ganze hat übrigens nichts mit Panik, Verheimlichung, Mystifizierung etc.. zu tun wie es oft einem unterstellt wird wenn man Datenschutz bedenken hat. Stellt euch einfach mal vor euer Papiermüll ab morgen von einem Unternehmen kostenlos abgehohlt, das sich die Möglichkeit offen hält den Müll auch ‚inhaltlich‘ zu recyclen. Wer hätte dabei kein ungutes Gefühl wenn er seine Rechnungen, Kontoauszüge, Magazine etc entsorgt?

  • Zu den Buttons, gibt ja inzwischen die Möglichkeit diese einzubauen und dem User die Möglichkeit der Wahl zu lassen ob er Daten an die jeweilige Seite übertragen möchte, in dem die Buttons einzeln aktiviert werden müssen und erst dann Daten übertragen ;).

  • ms

    Heute erst gelesen und kann mich eines Kommentars nicht enthalten:

    Informationelle Selbstbestimmung: Selbige wird immer wieder, auch hier in den Kommentaren angeführt. Selbige ist, meiner Meinung nach, gerade bei den hier angeführten Diensten und Webseiten gegeben: Niemand zwingt mich diese zu nutzen!

    Wenn sich ein Websitebetreiber den Aufwand macht ein Angebot bereitzustellen, dann ist es sein gutes Recht die Bedingungen zur Nutzung festzulegen. Wenn der (potentielle) Benutzer diese nicht akzeptieren mag, dann muss er sich keinen Account einrichten.

    Einzig spannend wird es, wenn Änderungen der Datenverarbeitung stattfinden, NACHDEM der Benutzer einen Account errichtet hat, dann besteht ein legitimer Anspruch, selbigen darüber zu informieren und ihm die Möglichkeit zu geben seinen Account zu löschen.

    Die Erwähnung der Datenempfänger in irgendwelchen Imprints ist natürlich eine tolle Sache, aber ein Abrufcounter auf einer solchen Seite zeigt auch interessante Relationen. Wer liest die denn wirklich???

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